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Naturfreibad Kressbachsee
Entspannen auch Sie am Kreßbachsee und fühlen Sie sich wohl in der schönen Natur um Ellwangen!
Aktuelles
Autor: Stadtwerke
Artikel vom 04.05.2020

Freundliche Nachbarn: Biber bauen am Kressbachsee

Seit einigen Jahren wohnt eine Biber-Familie am Nordufer

Am Nordufer des beliebten Ellwanger Badesees hat sich der Nager niedergelassen und eine Burg gebaut. Auf den Badebetrieb soll sich das nicht negativ auswirken, gemeinsam mit der Biberbeauftragten des Landratsamts, Simone Foltyn, wollen wir unsere Gäste aufklären: Was muss man über den Biber wissen? Und wie sollen sich Menschen ihm gegenüber verhalten? Das Wichtigste dazu im Überblick.

Über ein Jahrhundert lang war der Biber wegen starker Bejagung durch den Mensch aus Baden-Württemberg verschwunden, das inzwischen streng unter Artenschutz stehende Tier war zwischenzeitlich praktisch ausgerottet. Doch seit Ende der 80er-Jahre wandert er über Bayern aus dem Osten wieder ein – auch in den Ostalbkreis. Seither wandern Nachkommen der Biberfamilien entlang praktisch aller Gewässer, sehr stark beispielsweise an Jagst, Sechta, Eger, Kocher und Lein, um neue Heimatorte zu finden. So hat offensichtlich – wie im Sommer den vielen Badegästen - auch vor rund zehn Jahren ein Biber Gefallen am Kressbachsee gefunden. Viele Bäume am Nordufer hat er umgelegt, um für seine Familie und sich Nahrung zu beschaffen und einen stattlichen Bau zu errichten. „Es ist ein Tier mit enormem Gestaltungswillen“, sagt Simone Foltyn. Außer dem Mensch ist der Biber das einzige Lebewesen, dass seinen Lebensraum aktiv gestalten und an seine Bedürfnisse anpassen kann. „Es spricht aber nichts gegen eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Biber, auch am Kressbachsee“, sagt Stefan Powolny, Geschäftsführer der Versorgungs- und Bädergesellschaft (VuB).

Am besten sei es, im Revier des Bibers für Ruhe zu Sorgen, rät Foltyn. So sind Badegäste, Schwimmer, aber auch Spaziergänger schlicht aufgefordert, einen gewissen Mindestabstand zur Burg zu wahren – im Wasser durch die Bojen markiert, aber auch zu Land mindestens 5 Meter. Die Biber sind überwiegend nachtaktiv, erst nach 19 Uhr verlassen sie für gewöhnlich ihre Burg, in der sie tagsüber schlafen. „Es ist auch in der Vergangenheit bisher nie zu Schwierigkeiten gekommen“, sagt Powolny.

Im Frühjahr 2020 wurde die Anzahl der im Ostalbkreis vorkommenden Biber auf 700 bis 750 geschätzt, durchschnittlich zählt eine „Biberfamilie“, die eine Burg bewohnt, fünf Tiere. Eine dieser Familien hat sich am Nordufer des Kressbachsees niedergelassen, was aus der Größe des Baus und der Fraßspuren zu schließen ist. Anbetracht der geringen Größe des Sees sei aber nicht davon auszugehen, dass hier noch eine zweite Familie ansiedeln könnte, sagt Foltyn. Biber sind monogam und gehen eine lebenslange Partnerschaft ein. Sie leben in Familien, die üblicherweise aus dem Elternpaar und den beiden jüngsten Jahrgängen von Jungtieren bestehen. Mit zwei Jahren werden die Jungtiere geschlechtsreif und müssen die Familie verlassen. Biber werden sich nie ungebremst vermehren. Sind alle Reviere besetzt, bleibt ihre Zahl in einem Gebiet in der Regel konstant.

Der Biber benötigt zum Tauchen und Schwimmen eine Mindestwassertiefe von 80 cm, damit der Eingang zum Biberbau immer unter Wasser liegt und die Biberfamilie vor Fressfeinden geschützt ist. Er baut Dämme, gräbt Hohlräume und Kanäle, benagt und fällt Bäume – 90 Prozent seiner Aktivitäten finden allerdings innerhalb eines lediglich 20 Meter breiten Uferstreifens statt.

Dass der Biber schützenswert ist, liegt auch in der Veränderung der Umwelt in Biberrevieren, denn dessen Umgestaltung hat weitreichendere Folgen als nur für Biber und Mensch: Keine zweite Tierart schafft an Gewässern und in Auen anderen Pflanzen und Tierarten so viel Lebensraum und hilft so, den fortschreitenden Verlust bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern. Vom Biber angelegte Feuchtgebiete sind wesentlich artenreicher und kostengünstiger als jedes vom Menschen angelegte Biotop.

Am Einstieg zum See erinnert ein Hinweisschild an die Biber, mit Umgangsregeln, die das Tier schützen sollen. Damit am Naturfreibad Kressbachsee auch weiterhin Mensch und Tier ihre Freude haben können.